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Offener Brief – Zustimmungsverfahren SME AG / Prime Group

Nachdem wir erfahren haben das die SME AG an die asiatische Prime Group verkauft wird haben wir uns mit folgenden offenen Brief an das Bundeswirtschaftsministerium gewendet. Über die anhängige Antwort des Ministeriums kann sich jeder selbst eine Meinung bilden.


Verkauf des Bergbauprojektes Pöhla / Globenstein der Firma SME AG
Offener Brief

Sehr geehrte Frau Bundeswirtschaftsministerin Reiche,


wir wenden uns heute öffentlich an Sie, weil die Prime Africa Trade PTE Ltd, eine Tochter
der in Singapur ansässigen Prime Group, sämtliche Aktien der SME AG und damit auch das
Bergbauprojekt Pöhla / Globenstein erworben hat. Die Vertragsunterzeichnung wurde bereits
am 03.03.2026 auf der Internetplattform ASIA Morning bekannt gegeben.
Wie wir dem Presseartikel der DPA (A. Hummel) vom 23.04.2026 entnehmen konnten, fehlt
noch die Zustimmung Ihres Ministeriums.
Die europäische Union hat richtigerweise erkannt, dass wir wirtschaftlich unabhängiger von
Rohstofflieferungen aus Asien, speziell China werden müssen. Dazu sollen die eigenen
Ressourcen wieder in den Mittelpunkt rücken. Es wurde der Critical Raw Materials Act
(CRMA) ins Leben gerufen. Nach unserer Kenntnis ist darin zwar festgelegt, dass wieder
europäische Rohstoffe gefördert werden sollen, jedoch nicht, wie diese Rohstoffe in Europa
bleiben.
Derzeit sieht e s so aus, dass überwiegend Firmen aus dem Drittland die Genehmigung zur
Auffindung von Bodenschätzen in Sachsen haben. Wie am 13.02.2026 in einem Artikel des
RND zu lesen war, sind in ganz Deutschland zwei Drittel der Erkundungsfelder /
Abbaugebiete in der Hand von Gesellschaftern außerhalb der Europäischen Union. Bei 14
Feldern führen die Netzwerke in Autokratien wie Kuweit und China.
Gleiches trifft auf das zweite Bergbauvorhaben der SAXORE GmbH in unserem Tal zu. Hier
ist die First TIN plc mit Sitz in Großbritannien die alleinige Gesellschafterin.
Hinzu kommt, dass beide Abbaufelder im Bereich des ehemaligen sowjetischen
Uranbergwerks Pöhla liegen. Es ist davon auszugehen, dass beide Unternehmen mit
uranhaltigem Gestein konfrontiert werden. Die alleinigen Rechte für Uran gehören der
Bundesrepublik Deutschland.


Wir als Vertreter der vom Bergbau betroffenen Bevölkerung positionieren uns gegen
den Verkauf einer der wenigen inländischen Projekte an einen außereuropäischen
Finanzinvestor.

Bei dieser Art von Übernahmen geht es ausschließlich spekulative Renditen
Umweltstandards, die Auswirkungen auf die Bevölkerung und nicht zuletzt die Ziele des
CRMA spielen für die Auflage eines Investments keine Rolle.
Wir fragen Sie deshalb:
Wie sollen die Ziele d e s CRMA realisiert werden?
Wie wird sichergestellt, dass Rohstoffe und Gewinne in der EU verbleiben?
Ist e s klug, d a s Wissen ü b e r die noch vorhandenen Uranvorkommen an Länder wie
China oder Kuweit preiszugeben?
Wir sind nicht gegen die Wiederbelebung des Bergbaus im Erzgebirge, wir sehen nicht nur
die negativen Folgen (die hat Bergbau immer), sondern auch die Chancen.
Aber wir sind entschieden dagegen, dass sich mit den Schätzen unserer Region einige
wenige bereichern, die Rohstoffe an der Börse meistbietend verkauft werden und unser Land
und Europa außer den entstandenen Schäden nichts bleibt.
Wir fordern Sie auf, Ihrer Verantwortung und Ihrem geleisteten Eid, alles für das Wohl
unseres Landes zu tun, gerecht zu werden.
Verhindern Sie diesen Verkauf und tun Sie alles dafür, dass es gelingt, die Rohstoffe zum
Wohle unserer Wirtschaft, unserer Umwelt und zukünftige Generationen zu fördern.
Wir unterstützen die Idee des Wirtschaftsministers des Landes Sachsen, Dirk Panter, dass
es möglich ist, die Rohstoffe mit dem Know-how der Wismut GmbH und dem Geld aus dem
Sondervermögen selbst zu heben.
Wir haben viele Ideen, wie wir unsere Region mit Bergbau voranbringen können. Doch dazu
benötigen wir die politischen Voraussetzungen und den Willen der ausführenden Firmen. Im
Bergbauvorhaben Rittersgrün / Tellerhäuser sind wir mit der Firma SAXORE GmbH schon
auf einem guten Weg.

Die Idee, modernen umweltverträglichen Bergbau zu betreiben wird nur gelingen, wenn die
entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu gehören die gesetzlichen
Grundlagen, die notwendige Infrastruktur und die Beteiligung der Bevölkerung.
In diesem Sinne laden wir Sie hiermit sehr herzlich ein, uns hier in unserem schönen
Pöhlwassertal zu besuchen.


Mit freundlichen Grüßen

Der Vorstand